Resistente Keime: Das Risiko steigt – und niemand will es wissen

Experten schlagen seit Jahren Alarm, die Politik konzentriert sich eher auf die Tagespolitik. Massentierhaltung und der schnelle Griff zur Antibiotikapille schon bei leichten Beschwerden machen es der Resistenzbildung bei Krankheitserregern leicht: bei Mensch und Tier.

In anderen europäischen Ländern wie z.B. den Niederlanden wird jeder neue Patient bei Einlieferung in die Klinik einem Screening auf resistente Keime unterzogen, damit nicht andere Patienten oder gar Klinikpersonal infiziert werden. Hygiene in vorbildlichster Form. Die Gründe für das mittlerweile massenhafte Auftreten von multiresistenten Keimen liegt in unserer Lebensweise, vornehmlich der exzessive Fleischverzehr aus Massentierhaltung und die Verteilung von belasteter Gülle in der Umwelt. Darüber hinaus verabreichen die Ärzte viel zu schnell antibiotikahaltige Medikamente an ihre Patienten. Teufelskreis..

Und immer wieder wird in deutschen Krankenhäusern im Bereich der Hygiene gespart. Völlig überlastetes Personal und frustrierte Patienten, eine unheilvolle Mischung zugunsten kurzfristigen Profits für Kapitalanleger. Viele Tausend Patienten, die halbwegs gesund für einen Routineeingriff in die Klinik eingeliefert werden, verlassen diese schwerkrank aufgrund einer Infektion mit resistenten Keimen – Wunden verheilen nicht mehr – und versterben in vielen Fällen sogar daran. In Zukunft werden die Sterberaten aufgrund ausbleibender Wirkung von Antibiotika wohl dramatisch ansteigen, denn die Keime sind ja bereits im Umlauf.

Aber was kann der Einzelne tun? Allererstes Gebot ist Verzicht auf ungebratenes, nicht erhitztes Fleisch, denn hier tummeln sich die Keime und gehen auf den menschlichen Körper über. Hygiene und Desinfektion in der Küche, vor allem bei der Zubereitung von Fleischgerichten aber auch bei Obst und Gemüse. Felder und landwirtschaftliche Anbauflächen zu Zeiten der Düngung weiträumig umgehen, denn hier werden alle Arten von Krankheitserregern über die Luft verteilt. Keime können noch in einer Entfernung von 1km und mehr in der Luft nachgewiesen werden. Möglichst nur Antibiotika einnehmen, wenn es aus ärztlicher Sicht unumgänglich ist. Zuvor sollte ein Screening vorgenommen werden, damit auch das passende Medikament verabreicht werden kann.

Und wer sich ohne Ausweichmöglichkeit in eine Klinik begeben muss, der kann sich auch vorher erkundigen, wie es mit den hygienischen Bedingungen im Haus bestellt ist. Viele gute deutsche Kliniken haben mittlerweile auch Hygienebeauftragte, die sich um dieses Thema kümmern. Rein vorsorglich sollte aber jeder Patient, wenn eben möglich, kurz vor einer anstehenden Operation den eigenen Körper komplett und gründlich (mehrfach) desinfizieren, damit die mögliche Zahl kritischer Keime bereits im Vorfeld reduziert wird. Dazu sollte ein geeignetes Desinfektionsmittel, welches auch sämtliche Keime erreicht (z.B. Peressigsäure Alkohol Pro, Glyko Pro ohne Alkohol u.a.), benutzt werden. Rein alkoholische Desinfektionsmittel führen zu Brennen auf der Haut und erfassen nicht alle Arten von Erregern. Es versteht sich von selbst, dass auch alle Körperöffnungen (Nase, Ohren, Annus etc.) gründlichst mit gereinigt werden müssen. Danach kann man nur noch auf die Gründlichkeit und Professionalität des Personals hoffen..

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