Bodenerosion: immer weniger Nutzflächen in EU

Immer mehr Menschen bevölkern die Erde. Mittlerweile wollen mehr als 7,3 Mrd. hier leben. Mehr Menschen ernähren bedeutet: die Erde immer stärker und schneller ausbeuten. Aber das hat seinen Preis..

Gerade hier in Deutschland lassen sich die Leute schnell dazu verleiten, sich ein Urteil über die Bevölkerungsdichte in ihrer Heimat zu bilden: nein, Überbevölkerung ist nicht hier, das ist ganz woanders! Aber wie erkennt man, ob ein Land überbevölkert ist, oder nicht? Ein probates Mittel wäre, die verfügbaren Ressourcen zu ermitteln und dann auf die Bevölkerung aufzuteilen. Das gilt insbesondere für Wasser, Nahrung, Energie und Rohstoffe, die für das tägliche Leben benötigt werden. Und da sieht es ganz schnell sehr düster aus im schönen Deutschland.

Während hier noch ausreichend Wasser zur Verfügung steht, gibt es längst nicht mehr genug Energie und Rohstoffe. Da muss kräftig importiert werden aus anderen, teilweise sehr weit entfernten Ländern. Nahrungsmittel werden übrigens hierzulande im Überfluss produziert – noch. Denn die nutzbare Fläche nimmt stetig ab. Durch die intensive Landwirtschaft, die enorme Mengen Chemikalien auf ehemals fruchtbaren Boden ausbringt, erodiert die Oberfläche von Jahr zu Jahr stärker, das Grundwasser wird verunreinigt und Oberflächengewässer kippen. Das biologische Gleichgewicht gerät aus den Fugen. Zeitgleich werden Millionen Quadratkilometer an wertvollen Flächen versiegelt und somit unbrauchbar gemacht.

Allein in Deutschland werden durch Städte- und Straßenbau täglich mehr als 70 Hektar Bodenfläche vernichtet, so die Autoren einer Studie („Bodenatlas“), die von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem BUND und dem Potsdamer Nachhaltigkeitsinstitut IASS präsentiert wurde. Die Fläche entspricht mehr als 100 Fußballfeldern, die damit nicht mehr für die Produktion von Nahrungsmitteln zur Verfügung steht.

Das ist allerdings nur und ausschließlich ein Problem der anspruchsvollen Industrieländer, deren Bewohner stets mehr und schneller konsumieren wollen. Die Menschen in den armen und unfruchbaren Regionen leiden sofort an Hunger, wenn es nichts mehr zu ernten gibt. Da in Deutschland aber niemand so schnell merkt wenn es eng wird mit der nächsten Ernte, ist das Problem mit der Einschätzung bzgl. Überbevölkerung ein durchaus nachvollziehbarer Vorgang. Insofern gibt es hier scheinbar tatsächlich -noch- kein Phänomen, welches durch diesen Begriff beschrieben werden könnte.

Und deshalb sind immer noch alle einig darüber, dass die Einwanderung nach Europa forciert werden muss, wegen der Renten, natürlich. Allerdings spricht die derzeitige Arbeitslosenquote in Südeuropa eine andere Sprache. Schon heute können nicht mehr alle Menschen in der EU ein ausreichend abgesichertes Leben führen, auch nicht in Deutschland. Alles läuft nämlich darauf hinaus, dass es in Zukunft einen Kampf um Ressourcen geben wird, d.h. nicht um Geld, sondern um Wasser, Energie und Nahrung. Und wie können die westlichen Gesellschaften diesem schwierigen Szenario ausweichen? Diese Frage scheint einfach beantwortet werden zu können: Reduzierung der Bevölkerungsdichte durch staatliche Geburtenkontrolle, Regeneration und Schonung der natürlichen Ressourcen (Umwelt: Wasser, Boden, Luft), deutlicher Verzicht auf den bisherigen ausschweifenden Konsum.

Geht nicht? Dann sollte man nur einen Blick auf andere Länder der Erde werfen, als Ausblick auf das, was da noch kommen könnte..

.

Mehr zum Thema

___________________________________________________________________________________________

t-online.de I 08.11.2015
Europa lebt über Verhältnisse – „Bodenatlas“ warnt: nutzbare Flächen werden immer knapper

iass-potsdam.de I 2015
Potsdamer Nachhaltigkeitsinstitut IASS

boell.de I 2015
Heinrich Böll Stiftung

wir reparieren Natur:bionegrahead02

.

.

 

Artikel gefällt? Wenn ja, dann bookmark it,
schreibe einem Freund
und lese unseren RSS feed.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Gesellschaft & Politik, Natur & Umwelt, Tierschutz - Artenschutz, Wirtschaft & Soziales abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.