Die Igel sind wieder da!

Massenhaft liegen sie platt auf der Straße. Jedes Jahr im Herbst werden Hunderttausende von ihnen überfahren. Die Igel haben ein Problem: droht Gefahr, rollen sie sich ein und bleiben liegen. Bis das nächste Auto kommt.. Aber auch viele andere Umstände tragen dazu bei, dieses possierliche Tier zu dezimieren.

Klinisch reine Gärten: kein Futter, keine Behausung!

Sie sind plötzlich da und manchmal machen sie sich bemerkbar durch lautes Schmatzen und Schreien. Überall dort, wo sie Futter finden, wo Hecken, Büsche, Laubhaufen und Unterholz zu finden sind, fühlen sie sich wohl und bringen ihre Jungen zur Welt.

Doch die meisten Gärten in Deutschland, insbesondere in den dichtbesiedelten Städten, sind klein und deshalb zählt jeder Zentimeter. Der Rasen ist kurz gemäht, Laub wird akribisch entfernt, lästige Hecken werden ersetzt durch blickdichte bis an den Boden reichende Zäune. Man findet keine heimischen Wildpflanzen, geschweige denn Wildblumen, die auch reichlich Insekten anziehen.

Da bleibt für Kleintiere keine Chance. Dabei sind sie sehr nützlich und vertilgen Insekten und anderes Getier am laufenden Band.

Gefahr droht überall!

Die hauptsächlich in der Dämmerung und nachts aktiven Tiere sind kaum zu erkennen. Besonders die Jungtiere fallen selbst bei Tageslicht kaum auf und werden leicht zertreten. Besonders beim Rasenmähen ist Vorsicht geboten, denn bei Kontakt mit den schnell drehenden Messern haben die kleinen Tiere keine Chance. Am schlimmsten sind aber die selbstständig fahrenden Mähroboter, die regelmäßig kein Pardon kennen und alles kleinhäckseln, was im Wege steht oder kriecht. Auch wenn die Hersteller etwas anderes behaupten, Kleintiere und auch ausgewachsene Igel haben keine Chance!

Immer häufiger kann man die Igel tagsüber beobachten, wenn sie Futter und später auch Partner zur Fortpflanzung suchen. Das treibt sie unweigerlich auch auf die vielbefahrenen Straßen und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit…

Was fressen Igel? Füttern erwünscht!

Wer wirklich einen Igel in seinem Garten zu Gast haben sollte, der darf gerne helfen, ihn für den anstehenden Winter fett zu füttern. Mindestens 500g Eigengewicht sollten es schon sein, sonst kommen sie nicht über den Winter. Denn während des Winterschlafs sind sie kaum aktiv und finden auch kein zusätzliches Futter.

Zu sehen ist eine Igelmutter mit einem ihrer vier Jungen beim Vertilgen von Katzenfutter. Es scheint zu schmecken..

Sie lieben Katzenfutter oder auch Rührei, am besten gemischt mit Haferflocken und Weizenkleie. Keinesfalls dürfen sie Milchprodukte fressen, da sie so zu Durchfall neigen und elendig verenden können. Ansonsten vertilgen sie Käfer und allerlei Insekten und Bodentierchen, manchmal auch Schnecken und ähnliches Kriechgetier.

Was mache ich, wenn ich einen hilflosen Igel finde?

Das sind Ausnahmesituationen, in denen man eingreifen sollte:

  • verletzter Igel mit Wunden oder offensichtlichen Krankheiten (torkelt, rollt sich nicht ein, extremer Fliegen- oder Madenbefall, hustet oder röchelt, Apathie)
  • verwaiste Igelbabys (tagsüber außerhalb des Nestes, geschlossene Augen)
  • wache Igel, die Sie tagsüber bei Temperaturen dauerhaft unter 5 Grad finden (ca. Ende Oktober-März)
  • Igel an einem gefährlichen Ort (z. B. Straße)
  • in extremen Dürrejahren kann eine Igelfütterung notwendig sein

Für Hilfesuchende:

  • der vor Ort ansässige Tierarzt bzw. das Tierheim kann weiterhelfen und Tipps für die weitere Vorgehensweise geben, außerhalb der Öffnungszeiten wird meistens eine tierärztliche Notdienstnummer angegeben
  • Igelauffangstationen nach PLZ mit Telefonnummern

 

K.

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