Sommer 2020: die Wespen kommen!

Der Sommer ist da. Alle gehen ins Freie und genießen die Zeit bei Eis und Kaltgetränken. Nur eine vermiest den Menschen die gute Laune: die Wespe! Und sie kommt nicht allein..

Warum sind so viele Wespen da?

Bild: Dr. Oelschläger

Das Frühjahr war bereits sehr sonnig, so dass die Wespenköniginnen schon im April anstatt erst im Mai aus ihrer Winterstarre erwachten. Somit starteten sie sehr früh mit dem Nestbau und dem Aufbau ihrer Völker. Durch das warme Wetter konnten praktisch alle Königinnen ein Volk heranziehen. Die darauffolgende trockene und heisse Zeit begünstigte die Entwicklung der Wespenvölker, denn die Wespenarbeiterinnen trafen auf ein reiches Nahrungsangebot.

In Deutschland gibt es über 10.000 Wespenarten. Aber nur einige werden von Fleisch oder süssen Speisen angelockt. Die anderen Arten sind friedlich, so lange man ihren Nestern nicht zu nahe kommt.

Sobald die Männchen und die zukünftigen Königinnen schlüpfen, hat das Volk seinen Höhepunkt überschritten. Normalerweise geschieht das Mitte September. In diesem  Jahr rechnet man wegen der warmen Witterung allerdings schon Anfang September damit. Spätestens im November gehen die letzten Arbeiterinnenwespen ein.

Wespen sind nützlich!

Wespen sind nützliche Schädlingsbekämpfer. Ein großes Wespenvolk vertilgt an einem Hochsommertag rund ein halbes Kilogramm Fliegen, Bremsen, Stechmücken und andere Schädlinge. Dieser Nutzen führte somit auch in den letzten Jahren dazu, dass immer mehr Menschen bereit sind, sich mit diesen Tieren zu arrangieren. Es sollten nur Nester umgesiedelt werden, wenn es absolut nötig ist, etwa dort, wo sich Kinder oder Wespenallergiker aufhalten.

Wespen vertreiben..

Kommen Wespen und schwirren um einen herum, sollte man nicht mit den Händen herumfuchteln und das Tier schon gar nicht zerdrücken. Die Ausnahme besteht dann, wenn sie sich in langen Haaren verfangen sollten. Ebenfalls soll man Wespen nicht wegpusten, denn das Kohlenstoffdioxid in der Atemluft signalisiert Gefahr und animiert sie zum Stechen. Als Abwehrmaßnahme wird eher ein Wasserspray oder ein nach ätherischen Ölen (Lavendel, Citrus, Lemon etc., kein Fruchtduft wie Himbeere oder Erdbeere!) duftendes Alkoholspray (z.B. Sprühalkohol 70% >>>) empfohlen. Das Sprühen vermittelt den Wespen nämlich den Eindruck, es würde regnen. Auch eine Futterschale mit Früchten oder Süssem lenkt die Plagegeister vom Essen auf dem Tisch ab.

Sticht eine Wespe: Ruhe bewahren! Denn gefährlich sind Stiche nur für diejenigen, die allergisch darauf reagieren. Dann muss schnellstens der Notarzt gerufen werden. In allen anderen Fällen sollte der Stachel entfernt und mit einem oxidierenden Spray desinfiziert werden (z.B. Peressigsäure Alkohol Pro >>>). Die schmerzende Schwellung samt Entzündung geht zurück, sofern nicht allzuviel Zeit verstrichen ist.

Wespen töten?

Von den über 10.000 Wespen­arten stehen einige Arten auf einer sogenannten “roten Liste”, das heißt, sie gelten als besonders gefährdet und stehen unter Artenschutz. Aber nicht nur für gefährdete Wespenarten, sondern für wildlebende Tiere im Allgemeinen, gilt laut GesetzFolgendes:

„§39 I Ziffer 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG): Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten“

Gibt es aber berechtigte Gründe, weshalb z.B. ein Wespenbau umgesetzt werden muss, können  Schädlingsbekämpfer, Kammerjäger oder Umweltschutzvereine helfen. Das kann dann der Fall sein, wenn etwa Anwohner aufgrund von Wespenbefall ihr Haus nicht mehr betreten können.

Wer eine Wespe tötet, für den kann das Bußgeld teuer werden. Ausnahme: Allergiker. Wer sich aber nicht an die Vorschriften hält,  wird u.U. entsprechend zur Kasse gebeten. Im Falle des Vernichtens von Wespen kann dem Betroffenen laut Bußgeldkatalog ein Bußgeld zwischen 5.000 und 65.000 Euro in Rechnung gestellt werden. Die Bußgelder sind zwar im Bußgeldkatalog festgeschrieben, wie viel Betroffene aber tatsächlich zahlen müssten, hängt immer vom Einzelfall ab und lässt sich somit nicht pauschal beantworten.

 

K.

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news.de  I 08.2020
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