Eichenprozessionsspinner: Gefahr für Wald und Mensch

Der Eichen-Prozessionsspinner ist ein Schmetterling aus der Familie der Zahnspinner. Seit 1995 ist eine starke Zunahme dieses Nachtfalters, insbesondere im süddeutschen Raum, zu verzeichnen. Die Raupen des Falters befallen alle Arten von Eichen: Stieleichen, Traubeneichen und Roteichen. Neben Fraßschäden liegt die wesentliche Schadwirkung der Raupen in gesundheitlichen Auswirkungen ihrer giftigen Raupenhaare auf den Menschen. Die Haare führen beim Menschen zu Allergien und können auch bei Tieren erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen. Gesundheitliche Beschwerden durch den Eichenprozessionsspinner können während des gesamten Jahres auftreten.  

 

Der Eichen-Prozessionsspinner ist von der iberischen Halbinsel über Süd- und Mitteleuropa und den östlichen bis in den südlichen Teil Russlands und auch bis nach Vorderasien verbreitet. In Deutschland sind infolge der starken Vermehrung mittlerweile alle Bundesländer betroffen, am stärksten Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Warum sind die Raupen so gefährlich?

Die Raupen ernähren sich von den Blättern der Bäume. Sie fressen die gesamte Gewebefläche des Blattes und verschmähen dabei die Mittelrippe und stärkere Seitenrippen des Blattes und sie können Lichtungs- oder Kahlfraß verursachen. Bei mehrjährigem, starkem Befall kann der Baum direkt oder durch Folgeerscheinungen extrem geschädigt werden.
Die Raupenhaare des Eichen-Prozessionsspinners stellen auch eine akute gesundheitliche Gefährdung für den Menschen dar. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Bereiche verbreitet werden können. Auch in den alten Larvenhäuten verbleiben nach der Häutung in den Nestern noch hohe Konzentrationen an Brennhaaren.

Die auftretenden allergischen Reaktionen können sehr unterschiedlich ausfallen. Bei betroffenen Personen steigt die Empfindlichkeit und Intensität der Reaktion mit Anzahl der Einzelkontakte durch die Haare von Eichen-Prozessionsspinnern stetig an. Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge, die sich in punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen äußern. Häufig bilden sich Quaddeln am ganzen Körper. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Symptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündungen auf. In Einzelfällen kann es auch zu allergischen Schockreaktionen kommen.

So begab es sich neulich in einem Reitstall in Marl, dass eine Reiterin mehrere Raupen am Boden entdeckte, diese mit ihren Stiefeln zertrat und anschließend auffegte. Anstatt diese gefährliche Fracht in der Mülltonne zu entsorgen, warf sie das Aufgefegte einfach in die nächste freie Pferdebox. Kurze Zeit später klagten bereits Reitkollegen über heftige Symptome, und das zwischenzeitlich wieder in seine Box verbrachte Pferd musste vom Tierarzt kurzfristig intensiv medizinisch behandelt werden. Es ist also Vorsicht geboten im Umgang mit diesen Schädlingen..

Was tun gegen den Eichen-Prozessionsspinner?

Natürliche Feinde des Eichen-Prozessionsspinners sind Wanzen, Schlupfwespen, Raupenfliegen, der Kuckuck und räuberische Käfer wie zum Beispiel der Puppenräuber.

In der Nähe von Siedlungen und Erholungseinrichtungen werden die Raupen des Eichen-Prozessionsspinners aus gesundheitlich-hygienischen Gründen direkt bekämpft. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist insbesondere bis zum zweiten Raupenstadium vor Ausbildung der Brennhaare sinnvoll, bleibt aber stets sorgfältig abzuwägen. Das gelegentlich durchgeführte Abflammen der Nester des Eichen-Prozessionsspinners wird als problematisch betrachtet. Die Fixierung der Nester mittels chemischer Bindemittel (z.B. BuchsbaumFit: Reinigungs- und Aufbereitungsmittel für befallene Sträucher und Bäume) und das Absaugen zur Reduzierung der Brennhaare kann ebenfalls  vorgenommen werden. Weiterhin wird teilweise auch das großflächige Aufbringen einer mit dem Bakterium Bacillus thuringiensis versetzten Spritzbrühe auf die Blattoberflächen der befallenen Bäume durchgeführt.
Zuständig zur Bekämpfung auf öffentlichem Gelände sind die Gemeinden, bei Privatgrundstücken die Eigentümer. Es sollte grundsätzlich immer der Rat von Fachleuten eingeholt werden!

 

 

Mehr zum Thema

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wikipedia.org  I 06.2018
Eichen-Prozessionsspinner

lwf.bayern.de I 2018
Eichenprozessionsspinner – Gefahr für Wald und Mensch

 

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