Hantavirus durch Mäuse

Hantaviren können von Mäusen und anderen Nagetieren wie Ratten übertragen werden und teilweise zu einer lebensbedrohlichen Infektion führen. Die infizierten Tiere selbst bleiben gesund und dienen dem Virus nur als Wirt. Die Erreger werden über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden. Dem Menschen droht Ansteckungsgefahr, wenn er die Erreger einatmet. Das passiert zum Beispiel beim Reinigen von Keller, Garage oder Dachboden. Auch in Ställen und im Wald, also überall dort, wo sich die Nagetiere aufhalten, kann eine Übertragung stattfinden.

 

Symptome und Krankheitsbild

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist eher unwahrscheinlich. Die Inkubationszeit, also die Zeit bis zum Auftreten der ersten Symptome dauert bis zu vier Wochen, in seltenen Fällen länger. Das Hantavirus ist weltweit verbreitet. Die in Deutschland und Mitteleuropa vorkommenden Virustypen gelten als weniger gefährlich als solche, die in Amerika und auf dem Balkan auftreten. Virusstämme, die in Nord- und Südamerika vorkommen, können vor allem Herz- und Lungenfunktion schädigen und eine lebensgefährliche Atemnot auslösen.

Betroffene in unseren Breitengraden bemerken von einer Infektion gar nichts. Bei einem gesunden Imunsystem verläuft der Infekt praktisch ohne Symptome. Bei einem Teil der Infizierten stellen sich jedoch Beschwerden ein: beginnend mit hohem Fieber, das meist für drei bis vier Tage anhält, treten zusätzlich grippeähnliche Symptome wie z.B. Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Husten. Im Anschluss kann es zu Blutdruckabfall und zu Nierenproblemen kommen. Letzteres zeigt sich unter anderem durch Eiweiß oder Blut im Urin sowie durch eine nachlassende Harnbildung. Mediziner sprechen bei einer Hantavirus-Erkrankung auch vom sogenannten „Hämorrhagischen Fieber mit Renalem Syndrom“. Es kann im schlimmsten Fall zum dialysepflichtigen Nierenversagen führen.

Therapiemöglichkeiten und Vorsorge

Bei einer Hantavirusinfektion lassen sich nur die grippeähnlichen Beschwerden lindern. Eine spezifische Therapie gibt es bisher nicht. In den schwereren Fällen muss die Nieren- und Lungenfunktion unterstützt werden. Wer also plötzlich Symptome wie hohes Fieber oder grippeähnliche Beschwerden verspürt, die auch auf eine Ansteckung mit Hantaviren hindeuten könnten, sollte einen Arzt aufsuchen..

Ein Impfschutz steht derzeit nicht zur Verfügung. Somit sollte jeder vorsichtigerweise Kontakt zu Nagetieren und ihren Ausscheidungen meiden. Lebensmittel für Mensch und Haustier sollten in verschließbaren Behältern aufbewahrt werden. Sind Mäuse bereits in Haus oder Wohnung präsent, sollten diese schleunigst bekämpft werden. Wer Keller oder Dachboden von Verschmutzungen und Mäusekot befreien will, sollte erst gründlich lüften. Am besten keinen Staubsauger benutzen, sondern Flächen nass wischen und möglichst Staubmaske aufsetzen. Abschließend muss gründliche Eigenhygiene durch Waschen und Desinfizieren von Händen und Kleidung erfolgen.

Bislang ist nicht erwiesen, ob das Virus durch Katzen und Hunde auf Menschen übertragen werden kann. Wer allerdings tote Mäuse von seiner Liebsten geschenkt bekommt, sollte diese schnell in der Mülltonne entsorgen und gründlich Hände und Umgebung desinfizieren, am besten mit einem Reiniger, welcher Wasserstoffperoxid oder besser auch Peressigsäure enthält.

Laut Robert Koch-Institut (RKI), leiden im Durchschnitt 500 Menschen jährlich an einer Hantavirus-Infektion. Die Zahlen schwanken allerdings von Jahr zu Jahr erheblich. Etwa alle zwei bis drei Jahre erkranken deutlich mehr Menschen, da vermutlich diese Schwankungen mit der Zahl der infizierten Nagetiere im jeweiligen Jahr zusammenhängen. Die Infektion ist in Deutschland meldepflichtig. Hantavirus-Infektionen werden insbesondere in folgenden Landesteilen vermehrt nachgewiesen: Schwäbische Alb, Raum Osnabrück, Unterfranken, Odenwald, Oberschwaben, Fränkische Alb, Bayerischer Wald, Ost-Hessen, West-Thüringen.

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Robert Koch Institut rki.de
Hantavirus-Erkrankung

 

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