MRSA: Verbreitung von multiresistenten Keimen nimmt zu

Die Zahl der Infektionen mit MRSA beim Menschen steigt stetig an und es ist kein Ende in Sicht. Insbesondere ältere und immunschwache Menschen haben gegen den antibiotika-resistenten Darmkeim keine Chance.

 

Bei Methicillin-resistenten Keimen (Staphylococcus aureus -MRSA-) handelt es sich um Keime, die beim Menschen u.a. Wundinfektionen und Entzündungen der Atemwege hervorrufen können und gegen viele Antibiotika resistent sind. Bislang trat der Keim vorrangig in Krankenhäusern und Pflegeheimen auf, wo er von Mensch zu Mensch übertragen wird. In der letzten Zeit werden vermehrt Fälle registriert, in denen sich Menschen auch außerhalb infiziert haben. MRSA werden mittlerweile auch bei Nutztieren und in Lebensmitteln nachgewiesen, so dass diese auch eine Infektionsquelle darstellen können.

Wer also rohes Fleisch (Mett, medium oder englisch angebratenes Steak, nicht durchgegartes Geflügel etc.) verzehrt, sollte sich also nicht wundern, wenn der Arzt  eines Tages sagt: wir können Ihnen leider nicht mehr helfen! Aber selbst ein Krankenhausaufenthalt oder nur ein Besuch dort kann schon böse Überraschungen bringen, denn die hygienischen Bedingungen in deutschen Hospitälern sind nicht durchweg als vorbildhaft zu bezeichnen. So erscheint es schon sehr merkwürdig, dass nicht, so wie bei unseren niederländischen Nachbarn, sämtliche Neuzugänge in Krankenhäusern zunächst auf die Quarantänestation kommen und ein Abstrich des Enddarms untersucht wird, bevor eine Verlegung auf die Krankenstationen erfolgt.

Schon die regelmäßige Händedesinfektion beim deutschen Personal lässt deutlich zu wünschen übrig. Und mit einem gewissen Verständnis muss zur Kenntnis genommen werden, dass die Händedesinfektion nicht so häufig durchgeführt wird, wie es eigentlich sein müsste. Das Problem: die standardmäßig eingesetzten alkoholischen Mittel zur Händedesinfektion (hoher Alkoholgehalt) machen die Haut rissig und beeinträchtigen deren Schutzfunktion, selbst wenn hautglättende Zusatzstoffe enthalten sein sollten. Auch Beschwerden des Pflegepersonals bzgl. möglicher Hautunverträglichkeiten und allergischer Reaktionen werden ignoriert, weil die Einkaufabteilungen teils langfristige Verträge mit ihren Lieferanten geschlossen haben. Dahinter stecken handfeste finanzielle Interessen, denn jedes Unternehmen ist gezwungen, Kosten zu senken, und das in jedem Bereich..

Ein weiteres Problem: die herkömmlichen auf rein alkoholischer Basis wirkenden Desinfektionsmittel weisen erhebliche Wirkungslücken auf und erfassen lange nicht alle Erreger. Auch sich ausbildende Resistenzen bei verschiedenen (pathogenen) Erregern gegen Alkohol sind nicht auszuschließen, wenn nicht in regelmäßigen Abständen das Desinfektionsmittel gewechselt wird. Ein Teufelskreis..

Aber wo liegen die Schwierigkeiten? Die großen Hersteller von Desinfektionsmitteln haben ein großes Interesse daran, ihre eigenen und für teures Geld angemeldeten Desinfektionsprodukte weiterhin zu vermarkten. Die gesetzlichen Anforderungen (neue EU-Richtlinien) führen dazu, dass die zukünftige Anmeldung neuer Desinfektionsmittel (als Biozide oder Arzneimittel) sehr aufwändig und kostenintensiv ausfällt. Diesen Kostenaufwand können nur Unternehmen stemmen, die bereits in der Vergangenheit gute Umsätze mit ihren „alten“ Produkten generieren konnten. Und die Situation stellt sich mittlerweile analog der Entwicklung neuer Antibiotika dar: es wird nur gemacht, was sich in der Zukunft rechnet. Wenn Neuentwicklungen zu kostpielig werden, dann wird nicht investiert..

Die hier in aller Kürze angesprochene Thematik hat allerdings noch weitaus größere Dimensionen, als auf den ersten Blick erkennbar: die Forscher suchen natürlich nach den Ursachen dieser für die Menschheit sehr problematischen Entwicklung. Es stellt sich immer mehr die Frage, ob die Massentierhaltung in ihrer jetzigen Form nicht eine Art Grundübel unserer Zivisilation darstellt, denn das Auftreten von Resistenzen verschiedener Erreger durch prophylaktische Antibiotikagabe bei Schweinen, Rindern und Geflügel ist jetzt auch ein Problem des Menschen. Immer dann, wenn zuviele Individuen auf engstem Raum „leben“ sollen, dann wird es gefährlich. Und es ist nicht nur ein Problem bei der Herstellung unserer fleischlichen Lebensmittel, sondern ganz sicher ein generelles Problem der -menschlichen- Überbevölkerung..

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Mehr zum Thema

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t-online.de I 22.02.2014
Experten warnen vor multiresistenten Keimen

bfr.bund.de I 11.2014
Fragen und Antworten zu Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA)

wikipedia.org
Staphylococcus aureus

 

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www.naturatrade.de