Schweizer Einzelhändler: Boykott gegen Wiesenhof – Tierquälerei?

Die drei größten Schweizer Einzelhändler, Migros, Coop, Denner, nehmen Wiesenhof-Geflügel aus ihrem Sortiment heraus. Dies ist eine Reaktion auf den ARD-Bericht von Ende August: „Das System Wiesenhof. Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und die Umwelt ausbeutet„.

 

Eine Beschwerde von Wiesenhof gegen die Ausstrahlung in de ARD hatte keinen Erfolg. Das Schweizer Fernsehen zeigte die Aufnahmen am Dienstag. Die PHW-Gruppe (Viesbeck, Niedersachsen), zu der Wiesenhof gehört, erklärte, dass die für die Tierquälereien verantwortlichen Mitarbeiter bereits entlassen wurden. Der Fall Wiesenhof ist jetzt wieder mal ein Fall für die Justiz aufgrund einer weiteren Strafanzeige der Tierrechtsorganisation Peta.

Es verwundert jedoch sehr, dass ein großer Konzern die Verantwortung für derart eklatante Unregelmäßigkeiten in eigenen Betrieben immer wieder auf Mitarbeiter der unteren Einkommensklassen abwälzen will. Fehlt es dort an geeigneten Kontrollen, oder ist das eher Unternehmensphilosophie?

Wer mit Tieren zu tun hat und damit Geld verdient, hat sich gewissen ethischen Prinzipien zu unterwerfen. Leider ist die Gesetzgebung in Deutschland noch nicht soweit, Tierquälerei jeglicher Art mit entsprechenden harten Strafen zu belegen, da das Tier immer noch als „Sache“ gehandelt wird.

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Mehr zum Thema

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t-online.de I 15.09.2011
Vorwurf der Tierquälerei: Boykott gegen Wiesenhof-Produkte

focus.de I 31.08.2011
Strafanzeige gegen Wiesenhof

welt.de I 31.08.2011
Wiesenhof soll Tiere zu Tode gequält haben

welt.de I 13.02.2009
So funktioniert die geheime Wiesenhof-Maschinerie

Wiesenhof-online.de I 2011
Wiesenhof-Online

wikipedia.org I 2011
PHW-Gruppe