Biozide: Typen

Wirkungen und Nebenwirkungen der wichtigsten Biozide zur Flächendesinfektion:

Peroxide (Sauerstoffabspalter)
Peressigsäure
als wichtigster Vertreter weist ein breites Wirkungsspektrum einschließlich einer hohen viruziden Aktivität gegenüber behüllten und unbehüllten Viren bei schnellem Wirkungseintritt auf. Sie ist bereits bei sehr geringen Konzentrationen wirksam. Ein sensibilisierendes Potential ist nicht bekannt.

Aldehyde
Alle als Desinfektionsmittel eingesetzten Aldehyde weisen einen hohen Dampfdruck auf und wirken sensibilisierend. Die Einhaltung der MAK-Werte der Inhaltsstoffe sind zu beachten. Gem. Gefahrstoffverordnung sind sensibilisierende Desinfektionswirkstoffe wie Formaldehyd (krebserzeugend!), Glutaraldehyd oder Glyoxal nach Möglichkeit durch andere geeignete Wirkstoffe zu ersetzen.

Halogene
Halogene weisen stark mikrobiozide Eigenschaften auf. Zur Flächendesinfektion kommen allerdings nur Chlor bzw. chlorabspaltende Produkte zum Einsatz. Natriumhypochlorit wirkt gegen Bakterien, Pilze und Viren. Die hohe Alkalität, starke Korrosionswirkung und eine enorme Chlorzehrung durch Eiweißbelastung limitieren jedoch die Einsatzmöglichkeiten. Natriumhypochlorit ist ein Methämoglobinbildner und wirkt ätzend bzw. reizend auf Haut, Augen und Schleimhäute.

Alkohole
Alkohole wirken besonders schnell keimtötend, es bestehen allerdings Wirkungslücken gegenüber Sporen und Viren. Eine Brandgefährdung durch den Einsatz von alkoholischen Desinfektionsmitteln ist unbedingt auszuschließen.

Phenole
Das Wirkungsspektrum der Phenole bzw. seiner Derivate umfasst neben Pilzen und Bakterien auch behüllte Viren. Bei unbehüllten Viren ist eine Wirkungslücke vorhanden. Phenole wirken toxisch, sind über die Haut resorbierbar und werden biologisch schwer abgebaut.

Quartäre Ammoniumverbindungen (Quats)
Quats zeigen ein eingeschränktes Wirkungsspektrum mit Lücken gegenüber einigen gramnegativen Bakterien, Mykobakterien, Pilzen und hydrophilen Viren. Darüber hinaus zeigen Quats in erheblichem Maße ökologisch relevante negative Eigenschaften, so dass deren Ersatz gegen unbedenkliche Wirkstoffe nach Möglichkeit vorgenommen werden sollte.

Tenside
Tenside können unter bestimmten Bedingungen Hüllproteine vom Viruscore ablösen und dadurch unbehüllte Viren inaktivieren. Tenside sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch unschädlich und biologisch abbaubar.

Literatur: “Reinigung und Desinfektion in der Nutztierhaltung und Veredelungswirtschaft”, D. Strauch / R. Böhm, 2. Auflage, Enke Verlag 2002

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